Über

Ich bin ein wandelndes Rätsel. Mal super gut drauf, eine echte Stimmungskanone. Und im nächsten Moment total nieder geschlagen, vom Leben gefrustet. Einer, der auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn wandelt, aber nicht balancieren kann und darauf wartet abzustürzen.

Alter: 31
aus: 65428 Rüsselsheim
 
Schule: Anne-Frank-Schule in Raunheim


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Blog

Was ist bloß los mit mir?

Das Büroleben ist echt Undankbar. Chefs schauen nur auf ihre Zahlen und wollen sich Profilieren. Das Menschliche geht dabei mehr als verloren.

Es gibt Leute, die Brüllen immer ganz Laut "hier" wenn es etwas zu tun gibt, weil sie wissen das sie selbst die Arbeit ja nicht machen müssen. Sie geben die Arbeit dann an ihren Sachbearbeiter weiter. Und dieser Sachbeabeiter weiß einfach nicht, was er davon zuerst machen soll. Das beginnt schon morgens, auf dem Weg zur Arbeit, wenn man in den Gedanken schon bei der Arbeit ist und einem richtig mulmig wird, wenn er nur daran denkt. Dann kommt man an und ist gleich auf 180, da man ja alles mögliche machen muss, und es nicht gerade weniger wird. Man hat keine Minute zum entspannen, ist, bis auf insgesamt 45 min Pause, immer auf 180, lehnt sich nicht einmal für 5 Minuten zurück, um die Augen zu entspannen, ne Kleinigkeit zu essen und die Gedanken zu Ordnen, oder gar abzuschweifen. Nur für ne Minute, um nicht durch zu drehen. Aber wenn man diese Minute nicht hat, sondern nur noch mehr Druck, dann dreht man wirklich durch. Dann macht einem das essen keinen Spaß mehr. Dann kann man nicht mehr lachen. Dann ist man ruhelos, kann Abends einfach nicht mal mehr die Beine hochlegen um zu entspannen, oder sonst irgend etwas verrücktes tun, weil einem die Kreativität und Lebensfreude verloren geht.

Und dann quängeln alle immer, man solle noch dieses und jene für ihn tun und bekommt Dumme Sprüche um die Ohren, wenn man sagt man hat keine Zeit dafür. Oder bekommt so motivierende Sprüche wie "Heute machst Du mal nicht so früh Feierabend". Eine richtige Frechheit, wenn der Freitag der einzige Tag ist an dem man pünktlich rauskommt!

"Aber es ist ja so dringend, dass muss unbedingt noch gemacht werden." Dann mach es Doch selber! Immer diese faulen Bürosäcke, diese Chefs die nur Entscheidungen treffen, aber nicht wissen was für harte Arbeit daraus resultiert! Die müssten diese ganze Arbeit einfach selber mal machen. Aber dafür sind sie ja zu fein, statt dessen müssen sie in Meetings rumrennen und einen auf super wichtig machen.

So, diese Worte stammen von einem Sachbearbeiter, dem klar geworden ist das es so nicht weiter gehen kann. Der jetzt etwas ändert. Der in Zukunft Ruhepausen einlegen wird, um zu entspannen und auch mal mit den Gedanken kurz abzuschweifen. Der auch mal Nein sagt, wenn mehr Arbeit kommt. Der in Ruhe arbeitet und sagt, "was heute nicht fertig wird, mache ich halt morgen. Was per Mail kommt, kann schon mal nicht dringend sein."

Sonst dreht dieser Sachbearbeiter irgendwann noch einmal durch.

1 Kommentar 3.8.08 20:08, kommentieren

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Gedanken

Diese Leere im Kopf. Du versuchst verzweifelt nach zu denken, aber die Leere verschwindet nicht. Sie wird als größer. Immer größer!

Wie ein Parasit hat sie sich in Deinem Kopf eingenistet und ernährt sich von Deiner Kreativität. Die Gedanken werden förmlich ausgesogen. Du bist machtlos. Du kannst Dich nicht wehren. Du bist das Opfer.

Ein Gedanke nach dem anderen verschwindet und die Leere wird immer größer. Das nachdenken fällt Dir von mal zu mal schwerer. Bald kannst Du gar nicht mehr Denken, nur noch handeln. Wie eine Marionette.

Wie ging das jetzt noch mal? Warum musste ausgerechnet jetzt ein Notfall eintreten?! Du musst Dich einfach erinnern! Aber es klappt nicht! Es geht nicht! Doch was jetzt tun? Aufgeben? In Lethargie verfallen? Sich der Leere hingeben und einfach so in den Tag hinein leben? Wie ein Roboter arbeiten und abends Big Brother Live schauen?

Niemals! Das Leben ist zu schön um so zu verfallen! Die Mediale Mafia darf nicht gewinnen! Genau das wollen die doch. Dich zu einem hirnlosen Sklaven machen, der alles ohne Nachzudenken konsumiert.

Fragst Du Dich jetzt was man dagegen tun kann? Wenn nicht, dann hast Du unser aller Mitleid verdient.

Wenn Du Dich das allerdings fragst, dann helfe Dir gerne. Du musst es nur wollen. Es wirklich wollen! Und bereit sein der Faulheit zu entfliehen. Ja Du hast richtig gelesen: Das bequeme Leben muss ein Ende haben.

Gehe wieder raus. Mache Sport. Triff Dich mit Freunden. Lese ein gutes Buch. Ess mehr Obst. Strenge Deinen Kopf an. Gehe ins Theater. Oder in ein Musical. Fördere Deine Kreativität. Schreibe Geschichten. Male etwas. Oder schreibe einfach nur Deine Gedanken auf.

Spürst Du schon wie es hilft? Diese Schmerzen? Ja, es ist ein Druck auf dem Schädel. Es wie ein Muskelkater der einen heimsucht wenn man sich sehr lange nicht mehr bewegt hat. Die Schmerzen werden stärker. Aber spürst Du es? Die Gedanken die zurückkehren? Deine Ideen? Deine Kreativität? Wie diese Lethargie verschwindet? Glückwunsch, Du hast es geschafft in ein besseres Leben zu starten.

1 Kommentar 5.6.08 09:45, kommentieren

Banküberfall

Kessie und Victor standen vor einer Bank. In der Bank herrschte reger Betrieb. Die Sonne stand hoch am Horizont. Junge Frauen trugen luftige Tops und knappe Röcke, die teilweise mehr zeigten als verbargen. Viele Männer hatten sich ihr Poloshirt aufgeknöpft und schlurften lässig in Flip Flops die Straßen entlang. Geschäftsleute hatten ihr Jackett leger über die Schulter geworfen.
Kessie und Victor betraten die Bank. An beiden Schaltern hatten sich große Schlangen gebildet. In eine von den beiden reihten sich Kessie und Victor ein.
„Sag mal Kessie, hast Du dieses Mal wenigstens einen Plan?“
„Nö.“
„Dann machen wir es wie jedes Mal?“
Kessie lächelte und nickte. Victor gab ein tiefes seufzen von sich.
„Aber immer dieser Lärm, dieser Stress, diese Hektik.“
„Eben. Das macht das ganze doch noch aufregender!“
Wieder musste Victor seufzen.
Es dauerte eine Gefühlte Ewigkeit, bis sich die Schlange vor dem Schalter entfernt hatte und die beiden an der Reihe waren. Geduldig wartete die Dame auf den Wunsch der kleinen, zierlichen Frau und dem großen, muskulösen Mann. So wie die beiden da standen konnte man sie für ein junges Pärchen halten.
„Dies ist ein Banküberfall.“ Es platzte einfach so plötzlich aus Kessie heraus. Die schon etwas ältere Frau am Schalter schaute verdutzt.
„Ja ja, sie haben richtig gehört. Das hier ist ein Banküberfall.“
„Aber tragen Bankräuber nicht immer eine Maske und bedrohen die Angestellten mit einer Waffe?“ Mehr fiel der Frau gerade nicht ein. Sie wusste nicht so recht was sie davon halten sollte.
„Ja, aber so ist es doch viel lustiger, oder?“
Victor musste wieder seufzen.
Kessies besondere Fähigkeit war das sie sich in Rauch verwandeln konnte.
Uns so verwandelte sie sich in Rauch und schwebte durch die Schalteröffnung hindurch. Auf der anderen Seite angekommen kramte sie nach einem Stoffbeutel in ihrer Hosentasche und fing an das Geld aus dem Geldfach dort hinein zu stopfen. Verdutzt schaute ihr die Schalterdame dabei zu.
„Nun machen sie schon. Betätigen sie doch endlich den Alarmknopf.“
Die Dame am Schalter wachte endlich aus ihrer Trance auf und drückte den Knopf unter ihrem Pult.
Als Kessie das Fach geleert hatte ging sie verträumt zum anderen und wiederholte die Prozedur. Die Anwesende Menschenmenge traute ihren Augen nicht und bestaunte das Geschehen ehrfürchtig.
Nur Victor nicht. Er seufzte.
Nachdem Kessie auch dieses Fach geleert hatte verwandelte sie sich wieder in Rauch und schwebte zurück zu Victor.
„Okay Brüderchen, wir können los.“
Victor mag es gar nicht wenn Kessie ihn Brüderchen nennt. Eigentlich ist er ja nur dabei, um auf seine kleine Schwester aufzupassen. Sie Vertraut zu sehr ihren Fähigkeiten und denkt einfach nicht an die Risiken. Sie ist leichtsinnig. Sie rennt von einer Dummen und undurchdachten Aktion zur nächsten. Das geht schon so seit sie von ihren Fähigkeiten weiß. Sie überfällt Banken und raubt Geschäfte aus. Warum? Weil sie es kann. Langeweile und der Wunsch nach Nervenkitzel sind ihre Motivation.
Mittlerweile ist die Polizei eingetroffen. Die Streifenwagen haben vor dem Gebäude geparkt. Vier Stück stehen bereit, weitere sind den Sirenen nach zu urteilen unterwegs. Die Polizisten haben sich schützend hinter ihren Streifenwagen postiert.
Kessie und Victor haben sich Demonstrativ vor dem Gebäude aufgebaut.
Voller Vorfreude hüpft Kessie von einem Bein aufs andere.
„Oh man oh man. Endlich geht es los!“
Victor ließ einen tiefen Seufzer von sich.

- Fortsetzung folgt -

 

(c) Stefan Lüthje - 2008 

26.5.08 21:46, kommentieren

Stille

Kennst Du das? Natürlich kennst Du das nicht, denn Du weißt ja nicht was ich kenne und Dich frage ob Du das auch kennst. Oh man, jetzt bin ich selber verwirrt.

Also ich fange am besten noch einmal von vorne an und versuche mich dabei nicht zu unterbrechen.

Kennst Du das? Diese schreckliche Stille? Die Dich in den Wahnsinn treibt? Bis Du es nicht mehr aushältst?

Ja klar wirst Du jetzt vielleicht sagen. Oder auch: was’n Spinner. Letzteres interessiert mich nicht. Wenn Du jedoch genauso denkst wie ich: Herzlich Willkommen in meiner Weld!

Nur hereinspaziert. Hier ist alles möglich. Fliegende Pferde. Grüne Löwen. Autos mit Elefantenbeinen die Menschen fressen um zu pupsen. Sprechende, lila gepunktete Frösche mit fünf Ohren. Zehn Meter große Spinnen. Menschen so kleinen wie Ameisen. Buntbären. Menschen mit drei, vier fünf und sogar sechs Gehirnen. Politiker die Intelligente und durchdachte Entscheidungen treffen. Menschen die einsehen dass sie doch nicht die am höchsten Entwickelte Lebensform auf diesem Planeten sind. Das Gott in der Bibel eine Frau ist. Das Jesus schwul war.

Oder einfach nur Stille. Hörst Du sie? Nein? Hör mal ganz genau hin! Noch genauer! Hörst Du sie immer noch nicht? Dann sei mal ganz ruhig. Atme ganz tief und entspannende Dich. Einatmen zwei drei vier fünf. Halten zwei drei vier fünf. Ausatmen zwei drei vier fünf. Halten zwei drei vier fünf. Spürst Du wie sich Dein Puls verlangsamt? Nein? Dann mache es noch einmal. Einatmen zwei drei vier fünf. Halten zwei drei vier fünf. Ausatmen zwei drei vier fünf. Halten zwei drei vier fünf. Und jetzt höre noch mal hin. Ganz genau. Hörst Du sie? Die Stille?

Es ist nur ruhig. Kein Geräusch, kein gar nichts. Nur man selbst mit seinen Gedanken. Das ist schrecklich! Man denkt einfach zu viel. Warum bin ich in dieser Welt? Was ist der Sinn des Lebens? (Das sind häufig gestellte Fragen). Warum hält der Mensch sich für das am höchsten entwickelte Wesen auf diesem Planeten, trifft aber Entscheidungen die völlig Irrational sind und über deren Konsequenzen nicht nachgedacht wurde? Warum zerstört er diesen Planeten, obwohl er ohne diesen nicht Leben kann? Ist es am Ende wie mit dem Skorpion und der Schildkröte?

Und kann man Stille überhaupt hören? Ist Stille ein Geräusch? Wenn es still ist, dann ist einfach nichts da was ein Geräusch erzeugen könnte. Ist Stille also überhaupt ein Geräusch? Und kann es Stille eigentlich immer geben? Gibt es nicht eigentlich immer etwas das Geräusche verursacht, es nur zu Leise ist um von uns erhört zu werden? Das Herz? Eine atmende Ameise? Fickende Mikroben?

Und existiert ein Geräusch, auch wenn niemand da ist der es hören kann? Aber es gibt doch immer Zuhörer? Raupen. Spinnen. Bakterien. Keime. Sie können uns doch nur nicht von den Geräuschen erzählen. Oder etwa Doch?

So viele Fragen in meinem Kopf. Auch in Deinem? Vielleicht nicht bevor Du dies hier gelesen hast. Aber vielleicht jetzt. Bestimmt. Auch wenn Du über meine Gedanken nur lachst. Du denkst darüber nach. Du setzt Dich damit auseinander. Das ist doch wenigstens etwas. Besser als vorher, wo Du nichts gedacht hast.

Stille. In meinem Kopf. In Deinem Kopf. In unser allen Köpfen.

Jetzt bin ich wirklich verwirrt.

23.5.08 01:37, kommentieren